24.05.2012: Was bedeutet eigentlich „Planen“?
25 05 2012Hallo ihr Lieben, heute kommt ein leicht philosophisch angehauchter Bericht 🙂 Ich frage mich seit heute umso mehr, was eigentlich ein „Plan“ ist. Denn dieser sah vor, nach Dunedin zu fahren, doch nach rund 50km und einer atemberaubenden Strecke (sogar die, die wir nach Doubtful Sound gefahren sind :)) von Queenstown nach Frankton (SH6) kam die Intersection nach Milford Sound – und was soll ich sagen: Erst bin ich vorbei gefahren und weiter Richtung Dunedin. Doch nach 5km war das Gefühl genau dahin zu fahren so stark, dass ich umgedreht bin. Rational macht diese Strecke gerade echt keinen Sinn – extremer Wind, erste Schneewarnungen, zu wenig Zeit (denn ich bin erst Mittags aus QT los) und außerdem „der Plan“. Aber was soll’s 🙂 Also retour und die extra 200km angegangen. Und jetzt sitze ich hier im Auto: Im Fjordland National Park – mutterseelenallein auf einem DOC Platz (ist schon ein wenig sehr unheimlich), rund 50km von Te Anau entfernt (Totara) und werde hier die Nacht verbringen – sofern ich jetzt alle Sandfliegen erwischt habe, die im Auto sind :(( Ahh – die Viecher sind echt brutal heftig lästig. Im Vergleich zu Mücken stechen sie nicht, sondern beißen ein Stück Haut raus (daher tut es auch echt weh, wenn sie loslegen), hinterlassen dann einen kleinen (blutigen) Punkt, der nach 1-2 Tagen verschwindet. Doch wehe, dem glaubt, damit sei es überstanden – nach einer Woche geht es los. Jucken bis zum Anschlag – zwei haben mich bisher erwischt , das ist vor 4 Wochen gewesen, die Bisse sieht man heute noch. Und wie es aussieht, werde ich die heutige Nacht wohl nicht ungebissen überleben 🙁 egal – ich wollte schon immer mal alleine in der Natur von Neuseeland übernachten und heute habe ichkeiner andere Wahl mehr. Es ist mittlerweile 17:52 und absolut stockdunkel. Weiterfahren ist definitiv sinnlos, denn zum einen sieht man nix mehr von der Natur (und deswegen kommt man her) und b) haben mich rund 10 Einheimische gewarnt, die Straße zu unterschätzen. Da kann man ruhig mal hören 🙂 wobei bisher (die ersten 58km der 110km Strecke) sind fahrtechnisch nicht allzu anspruchsvoll. Wie auch immer: Ich fasse es nicht – ich habe Radio-Empfang 🙂 jetzt gibt es ein paar Äpfel, Cracker, Käse, Chips, den Rest Focaccia mit Tomate und Pesto und einen Tee (was alles noch so an Resten da ist:)) Zusammengefasst kann ich also nur sagen: „Planen bedeutet auf das zu verzichten, was möglich wäre“ 🙂 Morgen geht es also weiter zum Milford Sound, dann evtl. Retour bis Intervargil. das einzige, was sicher ist: Ich muss am 31.05. in Christchurch sein und das Auto abgeben. Viel Spaß euch noch und bis morgen, euer Ulf
P.S.: ich scheine ein Loch im Auto zu haben – wo kommen die Sandfliegen her?? Aber Achtung Sandflies: Veni, vidi, vici – oder wie war das :))