30.07.2012:Blutleere, Lomo und Zufriedenheit

30 07 2012

Es war ein fantastischer letzter Tag hier in Puerto del Iguazu. Ich war auf der brasilianischen Seite der Ihuazu Wasserfälle und obwohl die Beasilianer nur 1/4 der Fläche haben, verstehen sie es diese in Szene zu setzen. Es war großartig! Einzig und alleine die Uhrzeiten der Busabfahrten stimmten mal wieder nicht – und aus den „ja, die fahren alle 20 Minuten“ wurden dann 2 Stunden Wartezeit, was die zur Berfügung stehende Zeit vor Ort ein wenig einschränkte, aber egal. Es war dennoch spektakulär und ich freue mich, dass ich das überhaupt alles sehen durfte. Das ist ja schon das zweite der 7 neuen Weltwunder der Erde in den letzten Wochen. Unglaublich! Heute Abend war ich noch mal im Piacere essen – fantastisch!!! Die Caipis waren wie immer erstklassig, das Lomo unglaublich zart und mit Sicherheit 500g schwer, dazu Pommes und ein Riesen Salat und ein Wasser sowie ein sattes Trinkgeld für den Service, den Barkeeper und die Live Musik und dennoch sind es „nur“ 35Euro gewesen. Ich muss echt sagen, dass ich diesem Ort wirklich mag.könnte ich es mir aussuchen, würde ich gern noch bleiben. Ich habe mich wirklich gut erholt , alles hat gepasst und ich hole weiter Gewicht auf, mittlerweile ist mir nicht mehr schwindlig, wenn ich aufstehe und alles entwickelt sich prächtig. Die Natur tut mir echt gut und ein Teil von mir will nicht nach Buenos Aires. Morgen werde ich einen Wellness-Tag machen und am Abend meinen Rucksack checken. Am 01.08. Geht es wahrscheinlich noch nach Tigre und am 02. in eine Tangoshow – und dann heißt es Abschied nehmen. Eine letzte Nacht und rein in den Flieger nach Hause. Was für eine Zeit – und dennoch: Viele von euch haben mich nahezu jeden Tag begleitet und ich freue mich euch alle wieder in den Arm zu nehmen, insbesondere dich mein Engel! Alles Liebe. Euer Ulf



29.07.2012: Regen, Buch, Zufriedenheit

29 07 2012

Hallo zusammen, Mann war das ein Tag. Es hat bis 21:30 Uhr nur geschüttet und zwar so richtig. Tonnenweise fiel das Wasser vom Himmel und es hat mich echt an Brasilien erinnert (vor 3 Jahren). An rausgehen war also nicht zu denken und zu den Wasserfällen zu fahren absolut unmöglich. Also habe ich (was ja genau für solche Fälle vorgesehen war) ein wenig Notfallbudget freigegeben und mich weitere 2 Nächte in dem netten Hotel hier einquartiert. Mein Dorm-Bett in Foz do Iguazu konnte ich stornieren, denn auch auf der brasilianischen Seite wussten sie, dass das heute wetterbedingt nix mit der Anreise werden kann. sehr kulant! Somit habe ich den Tag damit verbracht, einen Roman zu lesen. Ich! Einen Roman! Und soll ich euch was sagen: es war total cool und was mich noch mehr freut: Ich bin absolut zufrieden und happy – keine Spur von „das ist aber doof, dass ich nicht nach BRA konnte“. Einfach innerlich zufrieden. Was mich momentan stresst, ist, dass wir einen kompletten Stromausfall hatten und ich momentan den 2.Teil nicht downloadsn kann :)))) naja, muss ich bis morgen ausharren, um zu wissen, wie es weitergeht. Ansonsten ist Arndt heute Retour nach BA. Es waren zwei wunderbare Tage mit ihm und ich muss immer noch schmunzeln, wie wir uns kennengelernt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein weiterer Kontakt ist, der auf längere Zelt halten wird. Auf jeden Fall noch mal vielen Dank an dich Arndt für deine Hilfe, auch wenn wir ja gemeinsam das Kartenschicksaal teilten :)) Ich habe heute Abend mit dem Hotelchef ein sehr offenes Gespräch geführt über das SYstem in Argentinien und ich muss sagen, ich war überrascht. Er hat sich richtig ausgekotzt und meinte seit einigen Monaten wird es richtig schlimm. Aktuell meint er sind es gut 40% weniger Touristen, weil sich Fälle wie der unsere, immer mehr rumsprechen. Die Inflationsrate beträgt rund 30% und die Unterschiede zwischen offiziellem und inoffiziellem machen zusätzlich Sorgen. Wie auch immer, ich habe nun einen Rythmus gefunden und dann einer letzten Bargeld-Hilfe komme ich nun problemlos Retour nach BA und muss selbst dort wahrscheinlich nicht mehr zur Bank. Eine spannende Erfahrung und ein -wie ich gestern schon sagte- absolutes Armutszeugnis für die argentinische Regierung. Damit erkläre ich das Thema für beendet 🙂 morgen will ich mal sehen, ob das Wetter mitspielt und ich nach Brasilien kann. Die Aussicht auf die Wasserfälle muss spektakulär sein, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass es noch großartiger geht. Wie ich/wir gehört haben, ist die brasilianische Seite viel kleiner und gleichzeitig hat man einen besseren Gesamtblick auf die Fälle. Also, Daumen drücken, dass es morgen klappt. Übermorgen geht es schon wieder retour nach BA. Zwischenzeitlich hatte ich noch überlegt, mal kurz nach Paraguay zu fahren, aber das dauert zu lange und somit häufen sich die Gründe einfach noch einmal wiederzukommen. Denn dass das nicht die letzte Rucksackreise war, ist auch klar *g* Alles Liebe, euer Ulf



28.07.2012: Iguazu Wasserfälle (Argentinische Seite)

28 07 2012

Wow! Was ein Highlight auf meinem Südamerika-Teil. Der heutige Tag begann mit einer Fahrt mit einem lokalen Collectivo zu den Wasserfällen. Sehr Easy. Der Nationalpark ist wirklich schön angelegt und man sollte wirklich einen vollen Tag planen, denn es gibt viel zu sehen. Die Wasserfälle sind spektakulär und echt kaum zu beschreiben. Man muss einfach mal davor gestanden haben, wenn von überall bis zu 12000m3/s aus bis zu 70m herunterdonnern. Echt cool und ein absolutes Spektakel – nicht umsonst eines der neuen 7 Weltwunder. Den Rest zeige ich euch auf Fotos! Auf bald. Übrigens gab es heute Abend ein echtes Festmal: 600g(!) Beef-Steakmit Ofenkäse und Salat – ich denke, jetzt fehlen nur noch 6 Kilo Retour zum Normalgewicht 🙂



27.07.2012: Angekommen in Puerto del Iguazu

27 07 2012

Gefühlte 25 Gras, Palmen, Gemütlichkeit – so zeigt sich Iguazu nach der Landung heute. Wunderbar und mit nur 1,5 Stunden per Flieger von BA entfernt ein wunderbares Reiseziel. Ich hatte mir ja den Luxus erlaubt, zu behaupten ich sei in BA wohnhaft und dieser kleine Satz sorgte für einen 50% Discount – Touristen bezahlen nämlich doppelt. Und … Es hat geklappt. Die kleine Rache eben für die sonst zunehmende Abzocke und vor allem den massiven Ärger mit dem Geld. Das hielt auch heute an, aber der Reihe nach. im Flieger habe ich Arndt kennengelernt, der für Mercedes im QM arbeitet. Ihm habe ich meine missliche Lage geschildert und er hat sich spontan bereit erklärt mir zu helfen. Also alles entspannt, dachten wir. Denn als er mit seiner Karte am Automaten stand, funktionierte die auf einmal auch nicht mehr! Das alles auf einen Freitag Nachmittag bei geschlossenen Banken. Sein Hotel hatte er zwar schon gebucht, aber dieses wollte zuerst keine Kreditkarten akzeptieren und da ich gar kein Geld mehr hatte, konnte ich nirgends einchecken. Außer ich wäre in ein Luxus-Hotel für horrendes Geld gegangen. Nun ja, auf diese Weise sind wir also zusammen für Stunden durch Ihuazu getiegert, auf der Suche nach Geld. Keine Hilfe, nirgendwo. Überall nur die Antwort, dass das leider nicht ginge. Selbst bei der Nationalbank und dem Touristenministerium stieß unser Notfall auf Taube Ohren. Nun ja, es waren dann mal wieder andere Backpacker, die mir aus der Patsche halfen. Elena und Nils, selber knapp bei Kasse, haben mir 100 Euro geliehen und ich habe sie natürlich direkt per Telefonat mit Comdirect an sie Retour überwiesen. So habe ich jetzt zumindest für 1-2 Tage Geld und muss mich danach wieder auf die Suche machen 🙂 Arndt, der perfekt Spanisch spricht, hatte zwischenzeitlich mit dem Hotel verhandelt und die haben gegen 15% Aufschlag seine Karte dann doch akzeptiert. Abzocke!!! Aber gut, wir haben uns nun sein Zimmer geteilt und das Hotel ist wirklich schön. Allerdings mit rund 60Euro pro Person und Nacht im Doppelzimmer echt teuer. Nun gut, was soll’s .es gab wie immer eine Lösung und morgen geht es zu den Wasserfällen, herrlich!! Wirklich ein netter Ort und Sylvia aus BA hat mir schon geschrieben, dass das Geld, welches sie mir geliehen hatte, auf ihrem Konto angekommen ist. Sie will mir nochmal helfen, wenn ich zurück in BA bin. Alles zusammen freut und überrascht mit der Zusammenhalt unter Reisenden immer wieder, aber Argentinien muss sich wirklich schämen. Es ist eine echte Schande für das Land und eine politisch motivierte Beleidigung für die sonst sehr netten Menschen!! Und das werde ich auch nicht revidieren. Gute Nacht euch allen!



26.07.2012: Montevideo (Uruguay)

26 07 2012

Das war es nun schon wieder – mit einem blitzartigen Wechsel meiner Nationalitäten, bin ich seit heute wieder Argentinier 🙂 die letzten 24 Stunden hatte ich mir ja eine Auszeit von der Stadt gegönnt und bin mal eben nach Uruguay Gefahren. Zugegeben ist das wirklich simpel und es hat gut getan, nach dem bolivianischen 3.Welt Chaos,mal wieder geordnete Strukturen zu erleben. Argentinien und Uruguay arbeiten -zumindest bei der Immigration- vorbildlich zusammen und so ist die Überfahrt mit der Fähre in 3 Stunden kaum spürbar. Uruguay präsentiert sich (zumindest in Montevideo) als aufstrebendes und Stolzes Land. überall wird gebaut, renoviert, restauriert. Die Altstadt ist an einem Nachmittag gut zu erkunden und genau dort verbindet sich Kolonialität mit moderner Architektur. Die Menschen hier waren deutlich freundlicher als in BA. Auch hier funktionierte meine Maestro Karte nicht (obwohl es bei fast jeder Bank draußen dransteht), aber es war nicht im entferntesten ein Problem mit der Visa Geld am Schalter zu bekommen. Das ist in BA bekanntlich -wegen Fremdenfeindlichkeit- nicht machbar. Die Dame in der Bank hat dann noch losgelegt und mir Tipps für Hostels etc. Gegeben. Alles sehr charmant. Ich hatte mein Hostel schon und das war eine einzige Baustelle – hat auch erst vor 7 Wochen aufgemacht. Nun ja, hat auch seine Vorteile, aber ich hätte es schon begrüßt, wenn mein Zimmer nicht eine vollverglaste Tür gehabt hätte (manchmal muss ich mich echt fragen *g*) und vor allem ein Schloss – naja, ok, wollen wir mal den Anspruch nicht so hoch legen,wenn ich sie überhaupt hätte zumachen können, wäre ich schon happy gewesen. Aber: das schockt mich alles nicht mehr und das fasziniert mich immer wieder. Solange es sauber ist, heißes Wasser hat (und auch das war ja immer mal wieder nicht der Fall) und keine Bedbugs, staune ich über meine Anpassungsfähigkeit. Das Haus wurde von 2 Jungs betrieben und beide haben sich wirklich viel Mühe gegeben, eine heimische Atmosphäre zu bieten, inkl. live Konzert im Wohnzimmer (der eine tritt heute Abend mit seiner Band auf und es musste noch mal geübt werden). Sehr cool und laut. Mittagessen war ich im Mercardo del Puerto und das war wirklich großartig, überall offene Flamme und ein Fleischfemetzel ohne Ende. Ich hatte eine Art Rollade aus Super saftigem Schwein, gefüllt mit Schinken, Paprika und Käse, dazu Salat, eine Flasche Wein (ne kleine :)) und ein Desert. Sehr lecker und mit gut 34 Euro(!) nicht billig, aber das ist das Leben weder hier noch in BA. Neben mir saß eine Amerikanerin und irgendwie kamen wir ins Gespräch. Sonia hatte gerade heute ihren 63. geburtstag und hatte vor 2 Jahren beschlossen, jeden ihrer kommenden Geburtstage in einem anderen Land zu feiern. Wow – das mit Anfang 60. Irgendwann fragte sie mich dann, ob sie mich begleiten dürfe und mein Bauch sagte, dass es heute mal wieder Zeit ist, dass ich helfe. Also haben wir die Stadt gemeinsam unsicher gemacht, was wirklich ein großer Spaß war – wenn mal alle Flugbegleiterinnen so wären. Am Abend wollte ich noch aus, aber auch hier bewegt sich vor 24:00 Uhr nix und so richtig geht es erst gegen 1:30-2:00 Uhr morgens los. So habe ich mich entschieden zu fragen, was denn davor so los ist und habe den Tipp bekommen zu einer Radioshow zu gehen, in der über die Legalisation von Marihuana in Uruguay diskutiert wird. Na gut,wohl Wissend, dass ich nicht wirklich was verstehe, aber was soll’s. Könnte interessant sein. War es auch und nach einer Flasche Bier bin ich dann zufrieden gegen 0:30Uhr im Bett gewesen. Heute morgen ging es dann wieder zum Hafen, Retour nach BA. Dort werde ich auch den Rest des Tages verbringen, bzw. Im Wellnessnereich meines Hotels (das musste mal sein *g* ich hoffe es ist schön), bevor es morgen nach Iguazu geht. Bin mal gespannt, ob alles klappt, denn das Touristenticket sollte rund das doppelte kosten und da ich keinen Bock mehr auf Dauer-Diskriminierung habe, habe ich einfach angegeben, dass ich Residential bin. Und ich kann morgen am Flughafen mit einer Längen Schlange im Rücken jegliches Englisch und Spanisch auf Knopfdruck vergessen 🙂 wird schon klappen. Bis denne. Euer bald nach Hause kommender Ulf.



24.07.2012: BA von seiner unschoenen Seite

24 07 2012

So kann man den heutigen Tag beschreiben, in dem ich neben dem Grab von Evita nichts anderes gesehen habe, als Banken und Wechselstuben. Aus irgendeinem nicht bekannten Grund funktioniert meine Karte hier nicht und so komme ich an kein Geld. In kuerzester Zeit erfaehrt man dann auch die Schattenseiten dieser Metropole. Ohne Geld bist du einen Scheiss wert und das wird einem auch klipp und klar kommuniziert. Keine Bank wollte helfen, aus Hotels wurde ich freundlich herausbegleitet, in Wechselstuben wollte man nix von meiner Karte wissen und Hilfe? Fehlanzeige! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich ausgerechnet in einer Wechselstube eine Deutsche getroffen habe, Sylvia, die mir zumindest mit ein paar Pesos erst einmal aus der Misere geholfen hat, so dass ich mir etwas zum essen kaufen konnte. Die Dreistigkeit ist vor allem, dass es ja in suedamerikanischen Laendern normal ist, dass mal eine Karte nicht geht. Dann geht man in eine Bank, zeigt seine Visa und der Rest ist Formsache. Das ging sogar in Bolivien. Doch hier geht das natuerlich alles nicht und nach einigen Protesten wurde mir dann sogar zweimal gesagt, dass es schon ginge, aber nicht fuer Auslaender!! Koennt ihr euch das vorstellen? In einer 13 Millionen Stadt dieses Ausmass an Diskriminierung – unglaublich! Und fuer meine Verhaeltnisse echt beschaemend. Nun ja, wie auch immer. Es wird eine Loesung geben – auch mit meiner Gastfamilie hoffe ich, denn ich muss morgen frueh hier weg und kann mein Zimmer nicht bezahlen. Also bin ich auf Vertrauen und good-will angewiesen. Schon bekloppt, dass man darum betteln muss, sein sauer verdientes Geld in Empfang nehmen zu duerfen. Ich habe echt so die Schnauze voll von diesem monetaeren System, was ja sooooo toll sein soll. Am Ende erzeugt es echt nur Misstrauen, Neid, Ungleichheit und ne Menge Probleme. Ich bin immer noch beeindruckt, dass ausgerechnet die Menschen, die nahezu nichts hatten, auf meiner Reise die waren, die am ehesten aus dem Herzen sprachen. Mir gibt das zuminest immer noch zu denken. Wie auch immer: Nun heisst es also, Western Union zu organisieren und sonst das Konsulat anzurufen. Wirklich beschaemend fuer diese Stadt!

Somit war der heutige Tag eher durchwachsen – BA ist nach wie vor ne coole Stadt und dennoch bin ich nach 3 Tagen froh, aus dem Millionen-Chaos rauszukommen und nach Montevideo zu fahren. Ein wenig Abstand zur Stadt tut bestimmt gut. Auch wenn es (nur) fuer eine Nacht ist.



23.07.2012: Tag 2 in BA

23 07 2012

Ola. BA ist schon eine echt verrueckte Stadt. Mein Tag fing heute erst um 12.00 Uhr an, also habe ich mich schnell akklimatisiert :)) Dann auf in die Stadt – nur leider waren die Geschaefte gegen 2 schon wieder geschlossen und die Siesta hier dauert. Nun ja, so hatte ich ausreichend Zeit Palermo und San Telmo unsicher zu machen. In San Telmo habe ich gleich ein Hotel gebucht, damit ich auch weiss, wo ich hingehe, wenn ich aus Uruguay wiederkomme. Palermo hat mich nicht so umgehauen, aber BA ist wie Barcelona eine Stadt, die sich erst scheibchenweise erschliesst. Ausserdem hat sie Allueren wie ein Supermodell, was sich auch auf die lokale Bevoelkerung uebertraegt. Man kann die Einstellung „Wir sind die Besten“ fast riechen – uerberall gibt es Tonnen von Geschaeften und vor allem Mode, Beauty und Parfuem. Maennlein wie Weiblein strotzen vor Ego und diskutieren kann man mal eben voellig vergessen – brauche ich ja aber auch nicht 🙂 Morgen will ich mir noch mal die Stadt anschauen oder besser gesagt den „Rest“, zumindest was die touristischen Highlights anbelangt. Am 25. fahre ich dann morgens um 08.00 mit der Faehre nach Montevideo und bleibe dort eine Nacht. Danach geht es nach Iguazu und am 31. zurueck nach BA. Dann habe ich noch 3 Naechte – unglaublich!!!! Wie kann das sein?? Es fuehlt sich irgendwie an, als ob ich erst gestern losgefahren bin. Ich fasse es nicht! Und es gibt noch so viel zu entdecken. Alleine in BA will ich unbedingt noch in eine Tango-Show, dann gibt es hier den groessten Nachtclub Suedamerikas (klar, wir sind ja die Besten *g*) und generell ein turbulentes Nachtleben. Die Uhren ticken hier echt anders und viele der Bars und Restaurant verwandeln sich mit fortgeschrittener Stunde – generell kann ich euch sagen: Die Geschaefte sind der Knaller. Kreativ, ausgelassen, flippig, modern, witzig, einfallsreich – klar gibt es auch die Verbrechen der modernen Super-Industrie. Wie auch immer: Ich habe noch ein wenig zu organisieren und dann heisst es schlafen gehen – wird wohl wieder nach Mitternacht sein 🙂 Bis denne. Euer Ulf



22.07.2012: Buenos Geiles!

22 07 2012

Ola und willkommen aus DER Stadt. Riesig, dreckig, lustvoll, erotisch, abstossend, modern, kollonial, zum kotzen, zum verlieben, koestlich, fettig etc. etc. etc. Kurz gesagt: Diese Stadt kann man nur moegen! Irgendwie vereint sich Berlin mit Paris und trifft am Abend auf Barcelona und italienische Strassenmaerkte. Ich war heute mit Santiago, dem aeltesten Sohn der Familie in BA und wir hatten wirklich einen sehr netten Nachmittag. Vormittag fiel aus, denn ich habe auch bis 10:30 Uhr geschlafen und Santiago kam von einer Party retour. Anyhow – es hat voellig gereicht und ich bin bis gut 20:30 rumgelaufen. Es war wirklich der Knaller, diese Stadt ist einfach nur gigantisch und ich habe noch nie soviel Action auf der Strasse gesehen und erlebt. Eine Masse von hunderten, tanzenden und feiernden Menschen, ueberall Konzerte, Maerkte, Staende mit Kunst, die geilsten Laeden von jeglichem Duenken – einfach nur der Hammer. Zwischendrin ne 18 spurige Strasse und daneben die Trommelgruppe, kreischende Fans irgendwelcher Stars etc. Oh Mann! Diese Stadt wird mich noch schlaflose Naechte kosten – alleine schon wegen dem Essen, denn das will erst mal verdaut werden. Meine Zeit in Bolivien hat mich ja gut 10 Kilo gekostet, so dass ich hier wirklich aus dem vollen schoepfen kann. Und das tue ich auch. Alleine die Empanadas heute, aus denen der Kaese wie ein suesser Wasserfall tropfte und floss ernaehren bestimmt eine 30-Mann-Truppe. Von dem ganzen Suesskram mit Dulce de Lece oder ein Stueck (!) Kuchen, was bei 3 Leute satt machen wuerde gefuellt mit 2cm dicken Ricotta und belegt mit Pfirsischen will ich gar nicht erst sprechen. LECKER!! Ja, BA gefaellt mir und zugegeben habe ich mich auch wirklich darauf gefreut. Morgen und uerbermorgen heisst es die Stadt erkunden. Am 25.07. werde ich fuer eine Nacht nach Montevideo (Uruguay) fahren (per Katamaran) und am 27. geht es nach Iguazu. Hier sind gerade Winterferien und so hatte ich wirklich „Glueck“, dass ich ein verhaeltnismaessig guenstiges Ticket bekommen habe. Es wird bestimmt schoen und ein toller Ausklang der Reise. Ach ja, es neigt sich alles dem Ende und was wird bleiben? Bestimmt eine Menge Erinnerungen, tausende von zu ordnenden Fotos und … lassen wir uns ueberraschen 🙂 Bis morgen, euer Ulf



21.07.2012: Angekommen in Buenos Aires

21 07 2012

Hallo zusammen und die besten Gruesse aus einer meiner letzten Reise-Etappen. Um 08:15 Uhr heute morgen habe ich La Paz verlassen und damit auch das Chaos. Bis auf den Flug selber hat natuerlich nicht wirklich was geklappt – Bolivien eben 🙂 In Santa Cruz wollten sie es dann noch mal wissen und haben mich in eine Drogenkontrolle gesteckt – und der Beamte hat mit seinen Haenden echt alles durchwuehlt. Irgendwann landete er dann bei meinen Pfefferminzbonbons und wollte zuerst nicht glauben, dass es welche sind. Ich habe ihm dann gesagt, dass es sehr wohl welche sind und daraufhin hat er sich dann erst mal ein paar gegoennt. Und nachdem das erste, was er kostete, wohl zu munden schien, hat er sich gleich noch ein paar mehr gegoennt. Stoehn! Der Mann hinter mir schmunzelte nur. Wie sich herausstellte, hat er das berufsbedingt rund 2-3 x im Monat. Nun ja, um 14:40 sind wir dann in BA angekommen und damit eine Stunde frueher als geplant. Wie das geht? Weil ich eine falsche Anlunftszeit genannt bekommen habe :)))) In der Maschine war uebrigens mein Gangplatz besetzt, also wurde ich erst mal in die Notausgangreihe gesetzt. Kurz vor dem Start wurden wir dann in die Prozeduren bei einem Notfall eingewiesen und haette ich nicht gesagt, dass ich kein Spanisch spreche, haette das wahrscheinlich keiner mitbekommen 🙂 Also ging das muntere Sitzplatsuchen wieder los – ich sollte mich dann in die Mitte von einer Reihe quetschen. Und dann hiess es einfach meinerseits: Nein. Da war was los – ich muesste den Anweisungen folgen blablabla. Ich habe dann gefragt, ob es auch bei Bolivian Airlines einen gewissen Sinn hat, Sitznummern zu vergeben – ich wuerde natuerlich tausche, moechte dann aber meinen reservierten Platz und nicht irgendeinen „Quetsch-dich-mal-in-die-Mitte“ Scheiss. Das leuchtete selbst dem Steward ein und so wurde der Herr gebeten, meinen Platz zu raeumen. Jajaj, Bolivien war wirklich ein Erlebnis. Landschaftlich ist es wirklich reizvoll und das Leben auf 3.800m ist ebenfalls ein Erlebnis. Dennoch: Einmal im Leben reicht.

Ihr koennt euch entsprechend nicht vorstellen, wie happy ich war, in BA zu sein. Ein moderner Flughafen und der beste Cheesburger seit Wochen – ich musste erst mal was essen 🙂 Das Abholen hat auch gut geklappt und nun bin ich meiner Gastfamilie. Es erinnert mich hier irgendwie an die Wrostels. Beide Aerzte und der aeltere Sohn auf dem Weg zum Diplomaten. Da ihr mit einem Job als Fachaerztin fuer Fruehgeborenen-Medizin zu „langweilig“ ist, hat sie noch nebenbei Tourismus studiert und momentan Kunst und Architektur. Nebenbei wird dann noch das Anwesen mit 300qm Wohnflaeche gemanagt 🙂 Ich kann euch sagen – mein sogenanntes „Zimmer“ verteilt sich ueber Esszimmer mit Kueche und Schlafzimmer und wenn es etwas waermer waere, koennte ich vom Esszimmer gleich in den Pool springen. Aehmm – ja. Nun dann :)) Heute abend bin ich erst mal zum Hafen gefahren, ich brauchte mal wieder frische Luft, eine leichte Brise, Wasser und vor allem auch mal einen Baum. Das ist wirklich der Hammer gewesen in La Paz. Es gibt nicht eine einzige Gruenflaeche und die paar, die es gibt, sind eingegittert und auch nicht groesser als ein paar Meter. Morgen will ich die Stadt erkunden und dann muss ich vor allem meinen Trip nach Iguazu organiseren – hier sind Ferien und entsprechend teuer ist alles. Das ist BA uebrigens wirklich: Teuer. Macht aber nix, ich habe nur noch 12 Tage und wenn alles klappt, fahre ich noch ein paar Tage nach Uruguay, da ist dann bestimmt wieder guenstiger.

So, jetzt werde ich mal was trinken und dann mal schauen, was alles in meinen beiden (!) Kuehlschraenken ist. Netterweise hat die Familie fuer mich eingekauft, es soll mir an nichts fehlen. Wow! Der einzige Wehmutstropfen ist, dass alle uebermorgen nach Chile fahren. Das ist eine Erfahrung, die ich auch schon in Lima gemacht habe. Der normale Alltagsbetrieb wird wegen eines Gastes natuerlich nicht eingestellt, maximal ein wenig angepasst. Su wurde ich heute erst mal mit einem wirklich leckeren Essen begruesst. Anyhow, dann lerne ich noch einen anderen Teil der Familie kennen, denn der zieht dann hier ein, wenn die Family auf Reisen ist. Das ist wirklich ein spannendes Modell, denn anscheinend lerne ich dann auch 2 Maedels kennen (oder eine davon), die vor 4(!) Jahren mal ein paar Tage bleiben wollten und mittlerweile irgendwie zur Familie gehoeren. Alles sehr spannend und herzlich. Ich werde weiter berichten. Wir hoeren uns. Euer Ulf



20.07.2012: Tiwanaku

20 07 2012

Hallo zusammen!

die letzten Stunden in dieser Stadt brechen an und ich kann euch gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin. Insbesondere durch Bolivien zu reisen, ist wirklich anstrengend – es ist eben wirklich 3.Welt Land. Landschaftlich ist es zwar durchaus reizvoll, aber das ist Es auch. Ich konnte das erste Mal in einem Land so gar keinen Grip finden und damit meine ich alle meine Reisen. Bolivien wirkt schrecklich identitätslos und das ist nicht nur mein Eindruck. Selbst Enheimische können die Frage nichtbeantworten, was eigentlich „Bolivien“ ist. Hinzu kommen dann eben diese wirklich katastrophalen Verhältnisse, die noch schlimmer wirken, als die Favelas in Rio oder die Towns in Südafrika.

Gestern war ich mit Uwe und Chrsitiane Abends noch lecker essen – das Beef in Rotwein-Kirschsoße war wirklich atemberaubend.

Heute wollte ich noch mal raus aus der Stadt und habe einen Ausflug nach Tiwanaku gebucht. Leider ist auch das eher enttäuschend gewesen, was nicht zu Letzt an diesem furchtbaren Guide lag, der eher eine Schlaftablette war. Ich habe mich dann abgesetzt und bei anderen Touren zugehört – sehr spannend! Dennoch ist Tiwanaku eher eine Notlösung,wenn man -so sie ich- keine andere Wahl hat, außer noch einen Tag in La Paz zu vergammeln. Morgen um 08:15 Uhr geht dann endlich mein FLug nach Buenos Aires und ich freue mich wirklich darauf. Es gibt eine Menge zu sehen – ich hoffe, dass mit der Gastfamilie alles klappt, irgendwie bin ich da noch nicht so überzeugt. Das mag aber an dem bisherigen, komplizierten Mailverkehr liegen – kann auch ein Sprachthema sein. Wir werden sehen! Also, bleibt gesund – wir sehen uns bald wieder. Euer Ulf