18.06.2012: Moray, Maras and Salineras

18 06 2012

Hallo zusammen,

ein weiterer Tag neigt sich dem Ende und ich muss sagen, dass Peru wirklich einiges zu bieten hat. Die Landschaft ist spektakulaer und die Inka haben wirklich erstaunliches hervorgebracht. Heute habe ich einen weiteren Ausflug gebucht – um 09:15 Uhr wurde ich abgeholt (was nur 15 Minuten spaeter war, als vereinbart – das ist hier eine echte Sensation 🙂 in Richtung Moray. Der Ort ist wirklich einmalig und verfuegt in der Mitte ueber einen Kraftplatz. Raul, unser Guide, hat uns zu einer kleinen Zeremonie eingeladen. Wir standen alle um den Mittelpunkt herum und haben 2 Minuten einfach die Energie fliessen lassen. Danach hatte jeder noch Zeit, einfach herumzulaufen oder selber eine Zeremonie zu feiern. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie selbstverstaendlich all diese Themen hier im Alltag integriert sind, wie hoch der Respekt vor Pachamama, der Mutter Erde ist etc. Da wirkt unsere Verstandes-gepraegte Denkweise manchmal fast brutal. Interessant finde ich auch, dass sich die Kernbotschaften seit Monaten wiederholen. Gespraeche ueber Mutter Erde habe ich schon in Laos gefuehrt. in Neuseeland ohnehin und nun auch hier – es erstaunt mich umso mehr, dass wir uns in unseren Kulturkreisen so extrem schwer damit tun, das anzuerkennen, was Millionen Menschen seit Jahrtausenden zelebrieren. Wirklich erstaunlich und auch ein wenig traurig. Ich habe die Zeit genutzt, um ein Reinigungsritual und eine Gabe an Mutter Erde durchzufuehren. Es war besonders, denn das erste Mal ueberhaupt habe ich dies in der Oeffentlichkeit gemacht. Ihr koennt euch ja vorstellen, dass ich da nicht alleine war 😉 Und obwohl gerade dieser Mittelpunkt von anderen fotografiert werden will, habe ich gute 10 Minuten bekommen ohne dass mich jemand angesprochen und/oder gestoert hat. Wirklich schoen zu sehen, wie hoch der Respekt einander ist. Spannend fand ich auch, dass wir einen Mann in der Gruppe hatten, der noch sagte, dass er an das ganze Zeug nicht glaube – wenige Minuten nach dem Ritual hat er geheult wie ein Kleinkind. Ich habe ihm angeboten zu helfen, doch er meinte nur, er glaube nicht an das alte Wissen und wuerde nur die Energie aufnehmen wollen 🙂 (Weil das ja nicht altes Wissen ist ?!?) Worauf ich hinaus will, ist dass dieser Platz selbst bei denen etwas bewirkte, die „eigentlich“ keine Zugang haben (oder dies zumindest glauben). Danach ging es nach Moras und den Salineras. Das sind gute 5.800 Salzbecken, die von den Inkas angelegt wurden – es ist wirklich schade, dass ich bis jetzt keine Fotos hochladen kann, denn das muss man gesehen haben. Einmalig!!

Ansonsten kann ich nur sagen, dass Sued-Amerika seinen Charme hat und gleichzeitig extremst anstregend ist. Ich habe hier tatsaechlich gefuehlten Dauerstress – denn alles ist sooooo kompliziert. Peruaner machen alles auf den letzten Druecker und aendern permanent ihre Meinung. Das bedeutet, dass man hier immer persoenlich ueberall hin muss und das dauer dann … und dauert … und dauert. Dennoch sind die Menschen hier sehr nett und hilfsbereit und wirklich herzlich. In vielen Faellen kann man das alte Inka-Denken noch fuehlen. Fuer die Inka war klar, dass die groesste Kraft das Herz ist. Ich finde, das ist deutlich zu spueren. Gerade auch dann, wenn man kein Wort Spanisch spricht, wie ich. Das ist wirklich ein riesen Thema – denn die meisten Menschen sprechen kein Englisch, was es noch deutlich schwieriger machen wird, wenn ich nach Bolivien fahre. Somit bin ich auch Touren angewiesen und das schmeckt mir eigentlich gar nicht. Auch heute sind wir an so vielen Punkten einfach vorbeigefahren, an denen ich einfach nur mal gern ein Foto gemacht haette. Aber gut, es ist das erste Mal und um alleine Cuzco und die Umgebung kennezulernen, kann an locker 3 Monate nur hier bleiben.

Meine Akklimatisierung an die Hoehe geht auch gut voran. Gestern und auch heute hatte ich zwar die Sauerstoff-Flasche noch dabei (am ersten Tag musste ich dann doch gelegentlich mal einen Zug nehmen), aber gebraucht habe ich nichts mehr. Keuchen und Schaufen ist sowieso ein Gemeinschaftssport, wenn man -wie heute- alte Inka-Treppen in 3.750m Hoehe zu erklimmen hat. Also alles gut. Allerdings habe ich auch schon andere Schicksaale gesehen und das Erschrecende ist, dass es viele nicht ernst nehmen!! Dabei ist die Hoehenkrankeit kein Scherz und auch kein Zeichen mangelnder Fitness, Dummheit etc. Es ist einfach eine nicht vorhersehbare Reaktion des Koerpers.

Ansonsten habe ich morgen Geburstag – oh mein Gott, ich werde 34!!! Kaum zu glauben 🙂 Als Geburtstagsgeschenk habe ich eine Zeremonie bei einem Schamanen „gebucht“. Naja, mir faellt kein besseres Wort ein – ein Kollege von meiner Gatmutter in Lima ist ein Freund der Familie von einem bei den Quechua bekannten Schamanen. Und ueber ihn wurde das alles organisiert. Der Schamene kommt extra fuer mich (und das ist tatsaechlich kein Fake) aus den Bergen, um die Zeremonie durchzufueren. Eigentlich sollte das heute abend passieren, ABER mal wieder werde ich einfach nur liebevoll gefuehrt, denn heute war echt Stress (wie ich schon sagte) und um 4:45 kam ich hier im Hostel an. Ich haber nur gedacht: Puhh, ein wenig mehr Entspannung vor der Zeremonie waere schoen – 1 Minute spaeter klingelte mein Telefon und der Sohn von Don Augustin war am Apparat. Ob es fuer mich in Ordnung sei, wenn wir die Zeremonie morgen frueh machen. :))))))))) Ich werde echt bekloppt. Das fuehlt sich fuer mich viel besser an. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses ganz besondere Erlebnis.

Mein Machu Pichu Erlebnis ist nun auch in trockenen Tuechern – ich muss zwar ein paar Abstriche machen, weil es fuer viele Punkte keine Tickets mehr gibt, aber das Entscheidende ist gesichert. Ich wusste naemlich nicht, dass der 21.06. ein ganz besonderes Datum ist (wen es interessiert, kann mal googlen). Auf jeden Fall werde ich also nun exakt am 21.06. auf Machu Pichu sein und sofern alles klappt 🙂 den Sonnenaufgang dort erleben. Das Ganze kostet mich (wie jeden anderen Touri auch, der Richtung Machu Pichu moechte) ein Vermoegen, aber das ist es mir wert. Am 22. geht es dann nach Puno und damit auf den Titikaka-See. Zumindest theoretisch, denn gebucht habe ich noch nichts – es wird das Passende kommen. Danach werde ich mal sehen, wie ich ueberhaupt ueber die Grenze komme und was ich dann in La Paz und Umgebung mache. Es wird sich alles finden – denn auch, wenn es momentan auf Grund der fehlenden Sprache, der Hoehe, der Lautstaerke, der kulturellen Unterschiede ein wenig herausfordernd ist, gibt es keinen Grund aus dem Vertrauen auszusteigen.

So, langsam bekomme ich Hunger und werde mir heute ein charmantes, leckeres Dinner suchen. Wollen wir mal sehen, was die Kueche hier zu bieten hat. Alles Liebe



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4 Antworten zu “18.06.2012: Moray, Maras and Salineras”

  • Karsten sagt:

    Lieber Ulf,

    ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem Geburtstag.

    Karsten

  • Frank sagt:

    Moin Ulf,
    beste Glückwünsche zum Geburtstag aus dem Office!
    Vermute, dass Deine Erinnerungen an diesen Ort nicht mehr ganz so lebhaft sind, wie noch zu Anfang Deiner Reise 😉
    Lästigerweise kann man ja kaum einen Deiner Berichten lesen, ohne gleich selbst einen Abflug machen zu wollen …
    Lass Dich reich – immateriell – beschänken, und versuche möglichst viele Deiner beeindruckenden Erlebnisse dauerhaft festzuhalten.

    Beste Grüße aus der City
    Frank

  • rtwhh2012 sagt:

    Moin Frank,
    „Office“? Ist das die Loesung auf dei Frage: Unbekanntes Wort mit 6 Buchstaben :)) Nee, so schlimm ist noch nicht. Fluege sind nicht so teuer – wo treffen wir uns?
    Alles Liebe, Ulf

  • rtwhh2012 sagt:

    Hallo Karsten,

    vielen Dank!!

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